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Sonntag, 16. September 2012

Einklarieren in Kroatien – Cavtat

Nachdem sich die See am Sonntag beruhigt hat, konnten wie die nächsten 35 Sm unserer Reise in Angriff nehmen. Das Ausklarieren in Montenegro stellte keine Probleme dar. Der Zöllner, der ausgesprochen gut Deutsch sprach, quasselte gleich drauf los, und als sich herausstellte, dass ich aus der Region Südsteiermark komme, da wollte er unbedingt einen steirischen Wein von mir abkaufen. Er liebe den Wein aus der Südsteiermark….. Leider musste ich ihm erklären, daß der heimische Weinvorrat schon in den ersten Wochen unserer Reise zu Ende war.

Um 0900 Uhr verließen wir den Hafen Budva und konnten die ersten beiden Stunden sogar segeln!! Doch dann schlief der morgendliche Ostwind “Burin” ein und wir mussten wieder motoren.
7 Stunden später gingen wir mit unserer Yacht an der Q-Mole von Cavtat längsseits. Dann wieder der ewig fade Behördengang: Hafenamt (Vignette & Kurtaxe), Hafenpolizei, Crewliste stempeln, zurück zum Hafenamt, Crewliste abgeben und schließlich noch einmal zur Hafenpolizei & Zoll.
Erledigt! Kroatien unser Heimatrevier hat uns nach langen schönen, kulinarisch leider nicht so hochwertigen Monaten wieder!

Am Abend saßen wir bei Bier und Cevapcici in einem Lokal am Hafen und der Blick auf die reichliche, abwechslungsreiche Speisekarte stimmte uns glücklich wieder in Kroatien zu sein. Beim Blick auf die Rechnung wurde unsere Stimmung wieder etwas gedrückt.
JA, Kroatien hat uns wieder……

Kirche vor montenegrinischer Küste Cavtat in der Abendsonne

Samstag, 15. September 2012

Montenegro Rundreise mit Leihauto

Da am Samstag den 15.September der Wind laut Wettervorhersage erst im Laufe des Tages nachlassen wird und die hohen Wellen bleiben, beschlossen wir mittels Mietwagen das Land zu erkunden.

Der passende Mietwagen (Toyota Yaris mit Automatik ;) ) war schnell gefunden und es ging los. Da Montenegro zum größten Teil aus Bergen besteht war die Automatik beim Mietwagen die perfekte Wahl. Wir fuhren über einen Bergpass nach Kotor. Das schwierige Fahren auf der engen Straße wurde mit einem fabelhaften Ausblick auf die Kotor-Bucht belohnt.

Nach einem kurzen Aufenthalt und Stärkung in Kotor ging die Reise weiter um die Bucht von Kotor nach Herceg Novi. Von dort ging es zur Autofähre, die den weiten Weg um die Kotor-Bucht abkürzt. Ein Fährticket kostet 4,50 Euro und wir waren innerhalb von wenigen Minuten auf der anderen Seite der Bucht.

Der letzte Stopp der Reise war die Luxusmarina Porto Montenegro in Tivat. Diese Marina hat als einzige der uns bekannten Marinas in der Adria das Attribut “Luxus” verdient. Perfekt gepflegte Hafenanlage, umrundet von Wohnungen, Parks und Einkaufsmöglichkeiten lassen einen vergessen, daß man sich am Balkan aufhält.

Um 1700 Uhr ging es zurück nach Budva, 170 km zurückgelegt und von Montenegro sehr beeindruckt.

Budva Enge kurvige Straßen im Hinterland

Blick auf Bucht von Kotor

Blick auf Kotor Kotor

Stadtmauer von Kotor Herceg Novi

“unser” kleiner roter Flitzer Abkürzung-Fähre

Porto Montenegro  

Freitag, 14. September 2012

Abwettern des schlechten Wetters – Budva

Nach gut drei Stunden Fahrzeit erreichten wir den Hafen von Budva. In allen Hafenführern wird auf die geringe Liegeplatzanzahl hingewiesen. Deswegen staunten wir nicht schlecht, als sich uns eine neue große Hafenanlage präsentierte. Ein Marina Angestellter lotste uns zu einem Platz und reichte uns zwei Muringleinen. Wir stehen sehr gut an einem Schwimmsteg, nur der Weg zur Toilettanlage ist ein weiter.

Gleich nach dem Anlegen gehen wir auf Stadterkundung. Der Blick auf die Speisekarten der Restaurants zeigt, dass es auch hier nicht viel teurer ist als in Bar. Wir beschließen im Marina Büro gleich zu bezahlen. 37 Euro für die Nacht im Hafen von Budva ist im Gegensatz zur Marina Bar ein echtes Schnäppchen.

Von Budva sind wir überrascht und sofort begeistert. An der kilometerlangen Strandpromenade reiht sich ein Lokal an das Nächste, ausgezeichnete Einkaufsmöglichkeiten, und trotz Mitte September und damit eigentlich Saisonende herrscht reges Treiben.

In einem Cafe mit Wifi-Internet (die meisten Lokale haben das hier) checken wir für die kommenden Tage die Wetterlage und werden böse Überrascht. Das Italientief, welches in Österreich für einen massiven Temperatursturz sorgte, beschert uns in den nächsten Tagen Starkwind aus Süd mit ordentlichen Regenfällen (Jugo).

Da uns Budva sehr gefällt beschließen wir hier abzuwettern. Nach 5 Euro “Schmiergeld” willigte der Marina Angestellte ein, uns einen Liegeplatz im inneren des Wellenbrechers  zu geben. Wir verlegen unser Yacht vom ungeschützten Schwimmsteg hinter einen fest betonierten Steg, wo es etwas ruhiger sein wird.

Wie vorhergesagt fällt am nächsten Tag um 0600 Uhr der Jugo mit einem gewaltigem Gewitter über die Küste her. Nach einigen Stunden bauten sich die Wellen immer mehr auf und wir waren sehr froh, dass wir nicht mehr auf dem Schwimmsteg lagen. Die dort liegenden Yachten tanzten mit dem Steg von den Wellen und den Wind gepeitscht einige Meter auf und ab. Das Verlassen dieser Yachten stellte die Crews vor eine schwierige Aufgabe.

Der Wind wurde gegen Nachmittag immer stärker, Festmacherleinen von Yachten rissen und das Marina Personal hatte alle Hände voll zu tun. Kurz darauf staunten wir nicht schlecht, als eine First51 die zuvor noch an einer Boje hing, führerlos auf den Strand zutrieb. Nur wenige Augenblicke später wurde sie von den Wellen schon an Land geworfen. Wir konnten nur hilflos zusehen wie die Yacht mit jeder höheren Welle aufgehoben wurde und mit einem lauten Knall wieder aufsetzte. Am Bug hing der Grund für das Stranden, die Yacht war mit nur einer dünnen 10mm Leine an der Boje angebunden. Diese war für Wind und Wellen eindeutig zu schwach und riss.

Später fuhr die Küstenwache mit einem Schlauchboot aus. In den Wellentälern war vom Schlaucherl nichts mehr zu sehen. Als sie nach einiger Zeit wieder kamen wartete schon die Rettung am Steg. Sie hoben den leblosen Körper eines Schwimmers aus dem Boot in den Rettungswagen. Die montenegrinische Fahne vor dem Hafenamt wurde später auf Halbmast gesetzt.

Wir waren über unseren sicheren Liegeplatz und die Entscheidung hier zu bleiben und nicht auszulaufen sehr froh.

Gegen das Wetter, Wind und Wellen ist der Mensch machtlos und so werden wir die nächsten Tage hier abwettern.

Altstadt Budva

Lokale vor Altstadtmauern neuer Schwimmsteg in der Marina

SY Alex am Betonsteg Im Unwetter war der Himmel schwarz

Strandende Yacht

Gischt macht die Luft weiß & salzig

Dienstag, 11. September 2012

Einklarieren in Montenegro - Bar

Die lange Überfahrt aus Albanien war diesmal sehr angenehm, es fehlte zwar der Wind, dafür waren keine Wellen vorhanden. Der Autopilot hat seine Arbeit gut gemacht und wir kamen um ca. 16 Uhr in Bar an. Brav haben wir die montenegrinische Flagge und die gelbe Q Flagge gesetzt. Auf unsere Kontaktversuche mit der Marina mittels Funk reagierte keiner. Wir kreisten in der Marina doch niemand zeigte Interesse bzw. war auch kein Marinapersonal zu sehen.

Wir beschlossen an der Tankstelle anzulegen, zu tanken und den Tankwart nach Auskunft zu fragen. Er meinte es ist egal, man kann in der “Marina” überall anlegen. Das sieht man auch… In keiner anderen Marina die wir kennen liegen Yachten an den Stegen längsseits.

Einige Minuten später haben wir einen passenden Platz gefunden und wir legten römisch-katholisch an. Marina Personal das einem hilft (z.B. die Muring reicht) gibt es nicht. Ein Mann von Bord und Muringleine selbst geholt. Mitten beim Festmachen kommt Personal daher, er hilft uns jedoch nicht beim Anlegen, er erklärt uns nur das wir Wasser und Strom aus dem Kasten neben uns beziehen können (woher sonst!!!), usw. Entnervt schauen wir ihn an und fragen ihn, ob er uns nicht beim Festmachen behilflich sein will. Er hilft uns schließlich auch!

Dann weißt er uns den Weg zum Marina-Büro und den Behörden. Im Marina Büro müssen wir sofort das Entgelt für die Nacht bezahlen. 63 Euro für eine miserable Marina, Toiletten und Duschen auf tiefstem Balkanniveau. Weiter geht es zum Hafenamt. Dort Papierkram ausfüllen, er will alle Dokumente sehen und zum ersten Mal werden wir nach einem Führerschein gefragt. Mit dem Zahlungsauftrag in der Hand müssen wir in die nächste Bank, und dort die Fahrerlaubnisgebühr bezahlen. In der Bank werden wieder dutzende Belege ausgefüllt bis wir endlich zahlen können.

Wir bezahlen schließlich Euro 45,80 für die einwöchige Fahrerlaubnis. Danach müssen wir wieder zurück in den Hafen zur Passkontrolle und zum Zoll. Diese beiden Stationen sind schnell erledigt und wir haben erfolgreich in Montenegro einklariert.

Nach dem anstrengenden Behördengang gönnten wir uns ein Bier. Von diversen Berichten und der teuren Marinagebühr schon ein wenig vorbereitet auf das teure Montenegro warteten wir auf die Rechnung. Wir wurden jedoch positiv überrascht, als wir einen Euro für ein kleines Bier bezahlten. Auch das Essen am Abend war ausgesprochen günstig und so kann von teuer absolut keine Rede sein.

Am nächsten Tag geht unsere Reise zum nächsten Ziel: Budva

Yachten längsseits in Marina Bar