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Montag, 10. September 2012

Drei tägiger Aufenthalt in der Marina Orikum – Langer Schlag nach Durres

Leider haben wir mit dem Wind noch immer kein Glück und so war es nicht verwunderlich, dass die nächsten Tage starker Westwind vorhergesagt war. Der Wind sollte die albanische Küste entlang wehen und so stoppte er vorerst unsere Weitereise. Durres, unser nächstes Ziel war 55 SM entfernt. Um gegen den Wind zu motoren fehlt es uns an Motorleistung und eine solche Distanz gegen den Wind und Welle aufzukreuzen wollten wir uns nicht antun.

So blieben wir in der Marina Orikum und erkundeten die etwas trostlose Gegend. Der Ort Orikum, der nur einige Kilometer entfernt ist, hat außer wildgebaute Hochhäuser und Müllberge nicht sehr viel zu bieten. Darum beschlossen wir am nächsten Tag mit dem Taxi zur rund 20 Kilometer entfernten Stadt Vlore zu fahren. Die Hauptstraße der Stadt könnte man schon fast als westlich bezeichnen, man darf aber in keine Seitenstraße abbiegen.

Wir füllten unseren Dieseltank und wechselten das Vorsegel. Genua I wurde gegen Genua III getauscht. Die kleinere Genua III funktioniert am Wind besser als die riesige Genua I die dafür Raumschott ordentlich Zug entwickelt. Wir müssen aber wieder gegen Norden –> gegen den meist vorherrschenden Mestral.

Am Sonntag den 9.September schwächte der Wind ab und wir starteten zum langen Schlag nach Durres um 5 Uhr in der Früh. Die Dünnung war jedoch noch vorhanden und so wurden es wackelige 11 Stunden bis wir im Frachthafen Durres festmachten. Ein Agent nahm uns für die Nacht die in Albanien üblichen 50 Euro ab, dafür erledigt er alle Formalitäten.

Montag starteten wir wieder um 5 Uhr zum letzten langen Schlag (50 Sm) nach Bar, Montenegro.

In Albanien isst man meistens AlleineSchöner Garten in Vlore
Tor vor dem schönen GartenVlore
Ausblick auf die Hauptstraße von VloreHochhäuser am Strand, so weit das Auge reicht
Strand neben der Marina Orikum

Mittwoch, 5. September 2012

Letzter Tag in Griechenland – Kassiopi – Überfahrt Albanien

Am 5. September verließen wir die Gouvia Marina mit Ziel Kassiopi im Norden von Korfu. Von dort werden wir die Überfahrt nach Albanien antreten. Kassiopi ist ein kleines Fischerdorf, das vom Landtourismus (bevorzugt Engländer) eingenommen wurde. Unsere Yacht war am Abend das Schiff mit dem höchsten Mast im Hafen (was bisher nicht oft vorkam).

Kassiopi würde durchaus zum Verweilen einladen, da jedoch am nächsten Tag ruhiges Wetter vorhergesagt wurde starteten wir um 05 Uhr in der Früh um den langen Schlag (50 Sm) in die Marina Orikum zu schaffen. In Albanien wurden wir wieder einmal von einer Schule Delfine begrüßt. Einer von ihnen schwamm circa 5 Minuten vor unserem Bug interessiert hin und her.

11 Stunden später machten wir in der Marina Orikum fest.

Leuchttürme werden noch nicht verkauft Kassiopi

Die SY Alex hat einmal den höchsten Mast! Letzter Blick auf Korfu

Schon wieder wurden wir in Albanien begrüßt  

Montag, 11. Juni 2012

2 Tage Aufenthalt in Sarande

Am 10.06 um circa 1300 Uhr fuhren wir in den Hafen von Sarande ein. Ein Agent wartete schon am Steg und half uns beim Festmachen. Zu unserer Verwunderung lagen neben uns 4 weitere Segelboote. Am Stadthafen legen neben den Yachten auch Ausflugsboote aus Korfu an, deswegen mussten die Yachten “römisch-katholisch” anlegen um Platz für die großen Schiffe zu schaffen.

Die Stadt zieht sich mit ihren mehrstöckigen Gebäuden über die gesamte Bucht und vermittelt an der Strandpromenade westliches Lebensgefühl. Wieder haben wir ausgezeichnet und sehr günstig gegessen.

Stadthafen von Sarande
Baumarkt in Albanien “Flying Dolfin” Tragflächenboot

Sonntag, 10. Juni 2012

Albaniens einzige Marina & Ankern in Bucht

Um 1830 Uhr sind wir in der Marina Orikum eingelaufen. Diese Marina bietet ähnlichen Komfort wie man ihn erwartet. Muring, Wasser, Strom und Duschen sind vorhanden. Am Abend gingen wir der Straße entlang in ein nahegelegenes Restaurant. Dort bekamen wir ein Essen serviert, das locker mit dem Essen einiger Haubenrestaurants aus Österreich mithalten kann. Nur das Service war ein wenig “verschlafen”.

Sehr gut und sehr günstig gespeist gingen wir zurück in die Marina (ca. 500m). Die albanischen Autofahrer sind derart rücksichtslos, dass wir einige Male in das Gebüsch ausweichen mussten.

Aus den Betriebsstunden des Motors hatten wir uns ausgerechnet, dass der Kraftstoff bis Sarande nicht mehr ausreichen würde, wir ihn jedoch wegen Windmangels benötigen. Der Marinero kam deswegen am nächsten Tag pünktlich um 0730 Uhr und gab uns den heiß ersehnten 30 Liter Diesel Kanister. Wir zahlten 50 Euro (kräftiger Aufschlag des Marineros), es gab aber leider keine Tankstelle in der näheren Umgebung.

Nach Bezahlung der Liegegebühr (20 Euro) legten wir ab Ziel Sarande. Unter Motor ging es um das südlichste Kap von Albanien, und unser Kurs zeigte das erste Mal direkt auf Korfu. Da wir zwar Wind hatten, jedoch wieder einmal genau von vorne, und nicht so schnell wie geplant voran kamen beschlossen wir ca. 18 Sm. vor Sarande zu ankern und die Nacht dort zu verbringen. Wir aßen in einem sehr urigem Lokal wieder gut und sehr günstig (gesamt 10 Euro). Am Abend schauten wir uns die EM inmitten von Einheimischen an, die uns sofort einen Tisch vor dem Fernseher frei machten und den Ton auf Englisch nur für uns umgeschaltet haben. Dort genossen wir die herrliche Gastfreundschaft der Albaner, wir bekamen zu jeder 2. Bestellung eine kleine Vorspeise (Gemüseplatte, Scampi, Muscheln).

Da uns einige Einheimische einen Ausflug zu einer Piraten Höhle anboten, kamen am nächsten Tag einige Albaner zu uns an Bord um uns den Weg zu zeigen. Alle waren gut gebildet, Uni Abschluss, Doktor usw. waren jedoch noch nie auf einer Yacht und so staunten sie nicht schlecht über unseren alten Kan und machten hunderte Fotos. Einer erzählte mir, dass es für Albaner noch immer verboten sei, Yachten zu besitzen (wegen Schmuggelei). Die wenigen Yachten unter albanischer Flagge die wir gesehen haben, gehören den Reichen und Privilegierten für die Gesetze nicht gelten.

Nach Tauchgang in die Höhle lieferten wir unsere Besucher wieder ab und fuhren weiter Richtung Sarande.

Delfine kommen fast jeden Tag vorbei  

Albanisch Boot Tanken Zufahrt Marina Orikum

Kleine Ankerbucht im Süden von Albanien Unser 10 Euro Lokal

  Piraten Höhle

Freitag, 8. Juni 2012

Durres – Westlicher Lebensstil trifft ehemalige Isolation

In Shengjn abgelegt hatten wir die ganze Strecke nach Durres keinen Wind, bei dem sich das Segeln gelohnt hätte. So hatten wir das Segel nur als Unterstützung des Motors aufgezogen. Komplett überrascht hatten wir heute zum ersten Mal seit Dubrovnik wieder andere Yachten gesehen. Diese liefen auch in den Industriehafen von Durres ein. Nach knapp 8 Stunden (40 Sm) hatten wir im Industriehafen hinter einem großen Frachter und den anderen beiden Yachten festgemacht.

Nachdem der Agent kam und alle Formalitäten erledigt hatte (ca. 10 Minuten) konnten wir den Hafen verlassen und uns diese riesige Stadt genauer ansehen. An der Strandallee der ca. 300.000 Einwohner Stadt Durres pulsiert das Leben. Westlich gekleidete Mädchen mit ihren Mini-Röcken marschieren auf und ab (vor Jahrzehnten undenkbar).

Am Abend haben wir in einem sehr noblen Lokal gegessen und wieder nur rund 20 Euro bezahlt.

Zurück im Hafen wurde der Frachter noch immer beladen und wir beobachteten das rege Treiben bei der Betonverladung. Als wir einen gut gekleideten Mann nach einigen Daten des Frachters fragten stellte sich heraus, das er der erste Offizier des Frachters war und er bot uns eine Führung durch den Frachter an. Da wir schon immer von einem genaueren Blick in das Innere eines Frachters geträumt hatten, gingen wir sofort mit an Bord. Wir konnten einen Blick in alle Bereiche des Frachters erhaschen.(Maschinenraum, Ankerkasten, Brücke und Mannschaftsbereich). Natürlich hatten wir den ersten Offizier dann auch auf unsere Yacht eingeladen.

Am nächsten Tag verließen wir um 0800 Uhr den Hafen Durres und fuhren weiter in die Marina Orikum. Es war ein sehr langer Tag, wieder ohne Wind (60 Sm unter Motor).

Lokal im 15. Stockwerk über Durres Ausblick auf die Strandallee

Heimische Gefühle wurden erweckt Kurz vor Durres

Kapitän Resch hat alles im Griff Motorraum des Frachters (7 Tonnen Kraftstoff/Tag)

Erster Offizier und Öler zu Gast auf der SY Alex “Überholer” auf dem Weg nach Orikum

Donnerstag, 7. Juni 2012

Shengjn – Am Strand Tourismus, dahinter der Rand der Zivilisation

Da unsere Yacht im Hafen von Polizisten bewacht wurde, verbrachten wir den Nachmittag mit weiteren Erkundungstouren die Umgebung. Der Hauptstraße entlang stehen verfallene Wohnhäuser, der Müll wird einfach irgendwohin weggeworfen, es stinkt erbärmlich. Die Hauptstraße selbst ist eine Zumutung mit gewaltigen Schlaglöchern und teils fehlenden Kanalabdeckungen.

Wenn man die Hauptstraße jedoch verlässt und zum Strand abbiegt bietet sich einem ein ganz anderes Bild. Dicht an dicht stehen hier Restaurants und Hotels am kilometerlangen Sandstrand und werben um Gäste. Wir sind in einer Strandbar eingekehrt um uns ein kühles Bier zu gönnen. Man glaubt, am Strand einer der großen spanischen Ferieninsel zu sein, nur die Preise machen klar, das man dort nicht ist.

Wir zahlten für 6 kleine Bier, 2 Kaffee, und eine Thunfisch Pizza genau 10,50 Euro. Von diesen Preisen sehr angenehm überrascht, beschlossen wir die Küche heute außer Dienst zu stellen und Essen zu gehen.

Der Wachpolizist an unserer Mole freute sich am Abend über ein weiteres Bier und meinte, das er unsere Yacht den ganzen Abend bewachen würde. Wir machten uns auf den Weg in ein kleines Restaurant mit Meer Blick und bestellten Beefsteak. Wir bekamen zwar kein Beefsteak, das Fleisch war dennoch schmackhaft und die Beilagen (Pizzabrot, gem. Salat und Pommes) sehr reichhaltig. –> Endpreis inkl. Getränke knapp 10 Euro pro Person

Müde von der Nachtfahrt fielen wir am Abend in die Kojen und schliefen tief und fest.

Donnerstag um 0800 Uhr in der Früh kam der Agent zum Boot, gab uns unsere Weiterfahrerlaubnis und verlangte für Alles 50 Euro. Wir bezahlten und gaben ihm noch ein Dankeschön-Bier. Er freute sich, öffnete die Dose und meinte, kleine Geschenke gehören immer gleich konsumiert. Beim weiteren Smalltalk erzählte er uns, das es heuer schon sehr stressig war und es immer mehr Yachten hierher verschlägt. Es waren heuer bis jetzt genau 15 Yachten!!! Auf meine Frage ob es noch ungeräumte Minenfelder gäbe meinte er, dass die letzten Felder vor Jahrzehnten geräumt wurden. Er gab uns noch seine Telefonnummer, falls wir irgendwann in Albanien Probleme bekämen, könnten wir uns melden und half uns beim Ablegen.

Nun liefen wir aus Kurs Süd nach Durres, von allen Vorurteilen beraubt und überrascht über die freundliche Art der Albaner.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Dubrovnik – Cavtat – Shengin (Albanien)

Der Jugo hatte Montag Nacht in einem Gewitter seinen Höhepunkt und ist in den Morgenstunden abgeflaut. Für den Nachmittag ist wieder Westwind angesagt, ideale Bedingungen für unsere weitere Reise.

Dienstag -- Um 1000 Uhr haben wir die Leinen losgeworfen und sind zur Tankstelle gefahren. 44,7 Liter Diesel haben wir auf der bisherigen Reise verbraucht. Das ergibt einen Durchschnittswert von 2,24 Liter/Stunde (20 Stunden Motorlaufzeit bis jetzt).

Anschließend fuhren wir an Dubrovnik vorbei auf das offene Meer, wo wir von noch immer sehr hohen Südwellen begrüßt wurden. Mit dem achterlichen Wind ging es an Dubrovnik vorbei hinein in den Ausklarierungshafen Cavtat. 1400 Uhr: Der Zollkai war gerade von einem Katamaran belegt und so beschlossen wir an einer Boje festzumachen und mit dem Beiboot auszuklarieren.

Nach kurzer Zeit und mit Hilfe des Katamaran Skippers haben wir das Hafenamt gefunden und die Bürokratie konnte starten. Hafenkapitän alle Dokumente durchgeschaut, Crewliste kopieren –> Polizeistation Crewliste stempeln –> Hafenkapitän gestempelte Crewliste vorzeigen –> Polizei Passkontrolle & Endkontrolle. Das wir nicht am Zoll Kai liegen hat keinen gestört (ich habe es auch nicht erwähnt ). Glücklicherweise haben wir nicht gewartet bis der Zoll Kai frei wurde, da der Hafenkapitän in Cavtat um 1500 Uhr schließt und es sich so nicht ausgegangen wäre.

Wir bekamen das “You are free to go” ohne Kontrolle der Yacht – Bevor wir unseren langen Schlag nach Albanien starteten aßen wir noch einen kleinen Snack.

Überrascht über die lange Dauer des Ausklarierungs-Prozesses aus Kroatien malten wir uns schon aus das wir in Albanien dafür Stunden brauchen werden.

Bereit für die Nacht liefen wir wieder aus auf die noch immer sehr unruhige See (Wellen aus Süd & West). Unter Motor ließen wir Kroatien achteraus und fuhren an Montenegro entlang. Der vorhergesagte Wind blieb komplett aus, und so mussten wir schließlich bis Albanien motoren.

Mittwoch 06.06.2012:
Kurz nach der albanischen Grenze erwartete uns schon ein Begrüßungskomitee (Delfinschule), welches uns eine halbe Stunde genauestens begutachtete und verfolgte.

Begrüßungskomitee in Albanien:
Obwohl wir unter Motor fuhren kam eine Delfin Schule sehr nahe und begutachtete das fremde
Fahrzeug

Das befürchtete Einklarieren in den Hafen von Shengin verlief vollkommen problemlos. Wir haben uns über VHF Kanal 16 vorangemeldet, erhielten jedoch keine Antwort. Als wir um 0900 Uhr langsam in den Hafen einliefen winkte uns ein Mann an eine Frachter Mole. Er half uns sehr freundlich beim Festmachen und bot uns dann sofort eine Willkommens Zigarette an. Der Mann war unser Agent, der alle weiteren Behördengänge erledigt. Weitere 5 Minuten später waren alle Formalitäten beim Hafenkapitän erledigt und wir haben erfolgreich in Albanien einklariert. Wieder wurde das Schiff nicht kontrolliert.

Dem Wachpolizisten unserer Mole haben wir vor unserem Stadt- Dorfrundgang ein kühles Bier zugesteckt (damit er unsere Yacht besser bewache). Er hat das Bier mit großer Freude angenommen sich auf die Brust geklopft und “I love Austria”, gestammelt.

Beim Rundgang durch Shengin haben wir einen Vodafone Shop entdeckt und uns Prepaid-Internet besorgt. (USB Stick + 3 GB kosten 20 Euro)

Weitere Berichte über diese für uns fremde Welt folgen…….
Kreuzfahrtschiff vor Montenegro Bereit zum Einklarieren
Küste von Albanien, Km langer Sandstrand Anlegestelle der SY Alex