Dienstag, 11. September 2012

Einklarieren in Montenegro - Bar

Die lange Überfahrt aus Albanien war diesmal sehr angenehm, es fehlte zwar der Wind, dafür waren keine Wellen vorhanden. Der Autopilot hat seine Arbeit gut gemacht und wir kamen um ca. 16 Uhr in Bar an. Brav haben wir die montenegrinische Flagge und die gelbe Q Flagge gesetzt. Auf unsere Kontaktversuche mit der Marina mittels Funk reagierte keiner. Wir kreisten in der Marina doch niemand zeigte Interesse bzw. war auch kein Marinapersonal zu sehen.

Wir beschlossen an der Tankstelle anzulegen, zu tanken und den Tankwart nach Auskunft zu fragen. Er meinte es ist egal, man kann in der “Marina” überall anlegen. Das sieht man auch… In keiner anderen Marina die wir kennen liegen Yachten an den Stegen längsseits.

Einige Minuten später haben wir einen passenden Platz gefunden und wir legten römisch-katholisch an. Marina Personal das einem hilft (z.B. die Muring reicht) gibt es nicht. Ein Mann von Bord und Muringleine selbst geholt. Mitten beim Festmachen kommt Personal daher, er hilft uns jedoch nicht beim Anlegen, er erklärt uns nur das wir Wasser und Strom aus dem Kasten neben uns beziehen können (woher sonst!!!), usw. Entnervt schauen wir ihn an und fragen ihn, ob er uns nicht beim Festmachen behilflich sein will. Er hilft uns schließlich auch!

Dann weißt er uns den Weg zum Marina-Büro und den Behörden. Im Marina Büro müssen wir sofort das Entgelt für die Nacht bezahlen. 63 Euro für eine miserable Marina, Toiletten und Duschen auf tiefstem Balkanniveau. Weiter geht es zum Hafenamt. Dort Papierkram ausfüllen, er will alle Dokumente sehen und zum ersten Mal werden wir nach einem Führerschein gefragt. Mit dem Zahlungsauftrag in der Hand müssen wir in die nächste Bank, und dort die Fahrerlaubnisgebühr bezahlen. In der Bank werden wieder dutzende Belege ausgefüllt bis wir endlich zahlen können.

Wir bezahlen schließlich Euro 45,80 für die einwöchige Fahrerlaubnis. Danach müssen wir wieder zurück in den Hafen zur Passkontrolle und zum Zoll. Diese beiden Stationen sind schnell erledigt und wir haben erfolgreich in Montenegro einklariert.

Nach dem anstrengenden Behördengang gönnten wir uns ein Bier. Von diversen Berichten und der teuren Marinagebühr schon ein wenig vorbereitet auf das teure Montenegro warteten wir auf die Rechnung. Wir wurden jedoch positiv überrascht, als wir einen Euro für ein kleines Bier bezahlten. Auch das Essen am Abend war ausgesprochen günstig und so kann von teuer absolut keine Rede sein.

Am nächsten Tag geht unsere Reise zum nächsten Ziel: Budva

Yachten längsseits in Marina Bar

Montag, 10. September 2012

Drei tägiger Aufenthalt in der Marina Orikum – Langer Schlag nach Durres

Leider haben wir mit dem Wind noch immer kein Glück und so war es nicht verwunderlich, dass die nächsten Tage starker Westwind vorhergesagt war. Der Wind sollte die albanische Küste entlang wehen und so stoppte er vorerst unsere Weitereise. Durres, unser nächstes Ziel war 55 SM entfernt. Um gegen den Wind zu motoren fehlt es uns an Motorleistung und eine solche Distanz gegen den Wind und Welle aufzukreuzen wollten wir uns nicht antun.

So blieben wir in der Marina Orikum und erkundeten die etwas trostlose Gegend. Der Ort Orikum, der nur einige Kilometer entfernt ist, hat außer wildgebaute Hochhäuser und Müllberge nicht sehr viel zu bieten. Darum beschlossen wir am nächsten Tag mit dem Taxi zur rund 20 Kilometer entfernten Stadt Vlore zu fahren. Die Hauptstraße der Stadt könnte man schon fast als westlich bezeichnen, man darf aber in keine Seitenstraße abbiegen.

Wir füllten unseren Dieseltank und wechselten das Vorsegel. Genua I wurde gegen Genua III getauscht. Die kleinere Genua III funktioniert am Wind besser als die riesige Genua I die dafür Raumschott ordentlich Zug entwickelt. Wir müssen aber wieder gegen Norden –> gegen den meist vorherrschenden Mestral.

Am Sonntag den 9.September schwächte der Wind ab und wir starteten zum langen Schlag nach Durres um 5 Uhr in der Früh. Die Dünnung war jedoch noch vorhanden und so wurden es wackelige 11 Stunden bis wir im Frachthafen Durres festmachten. Ein Agent nahm uns für die Nacht die in Albanien üblichen 50 Euro ab, dafür erledigt er alle Formalitäten.

Montag starteten wir wieder um 5 Uhr zum letzten langen Schlag (50 Sm) nach Bar, Montenegro.

In Albanien isst man meistens AlleineSchöner Garten in Vlore
Tor vor dem schönen GartenVlore
Ausblick auf die Hauptstraße von VloreHochhäuser am Strand, so weit das Auge reicht
Strand neben der Marina Orikum

Mittwoch, 5. September 2012

Letzter Tag in Griechenland – Kassiopi – Überfahrt Albanien

Am 5. September verließen wir die Gouvia Marina mit Ziel Kassiopi im Norden von Korfu. Von dort werden wir die Überfahrt nach Albanien antreten. Kassiopi ist ein kleines Fischerdorf, das vom Landtourismus (bevorzugt Engländer) eingenommen wurde. Unsere Yacht war am Abend das Schiff mit dem höchsten Mast im Hafen (was bisher nicht oft vorkam).

Kassiopi würde durchaus zum Verweilen einladen, da jedoch am nächsten Tag ruhiges Wetter vorhergesagt wurde starteten wir um 05 Uhr in der Früh um den langen Schlag (50 Sm) in die Marina Orikum zu schaffen. In Albanien wurden wir wieder einmal von einer Schule Delfine begrüßt. Einer von ihnen schwamm circa 5 Minuten vor unserem Bug interessiert hin und her.

11 Stunden später machten wir in der Marina Orikum fest.

Leuchttürme werden noch nicht verkauft Kassiopi

Die SY Alex hat einmal den höchsten Mast! Letzter Blick auf Korfu

Schon wieder wurden wir in Albanien begrüßt  

Dienstag, 4. September 2012

2 Wochen Cousin und Onkel zu Gast auf der SY Alex

Am Dienstag den 21.August verabschiedeten wir die Dobis und begrüßten einige Stunden später Peter und Christopher auf unserer Yacht. Die Willkommens-Nacht dauerte bis in die Morgenstunden, das hinderte uns aber nicht daran am nächsten Tag schon um 10 Uhr aus der Gouvia Marina auszulaufen. Unser Törnplan für die nächsten 14 Tage stand fest: schnell mit weiten Schlägen Richtung Süden und dann gemütlich wieder zurück nach Korfu.

30 Sm später ließen wir den Anker in der Bucht Lakka auf Paxos fallen. Dort aßen Chris & Peter das erste Mal seit langem wieder original Griechisch und sie waren von Schafskäse im Ofen, gefüllten Paprika, Moussaka, Gyros & Co begeistert.

Den nächsten Tag ging es 50 Sm weiter nach Vasilliki. Wir fuhren bis spät in die Nacht hinein wie immer ohne Wind und nur unter Motor. Kurz vor Mitternacht liefen wir in Vasilliki ein und bekamen sogar einen Platz an der Stadtpier. Einige Fast Food Läden hatten noch offen, und so bekam die Crew noch eine kleine Stärkung. Der darauffolgende Tag wurde in Vasilliki vertrödelt, Windsurfen, Schwimmen und ein, zwei Bier trinken und die Seele baumeln lassen…..

Tags darauf segelten wir mit sehr gutem Wind nach Kastos. Das vom Tourismus komplett verschonte Dörfchen ist wundervoll und wir genossen dort die Stille und super leckere Gavros (kleine Fische).

Da die nächsten Tage Starkwind angesagt war, beschlossen wir den nächsten Tag im sicheren Hafen von Syvota zu verbringen. Wir machten wieder am privat Schwimmsteg der Taverne Stavros mit Mooringleine fest. In Syvota verbrachten wir 2 Tage, die immer spät in der Nacht endeten.

Der nächste Stopp war Porto Spillia auf Menganisi. Der Wirt erkannte uns schnell wieder (erstaunliche Leistung bei ca. 30 unterschiedlichen Yachten pro Tag) und lotste uns auf den letzten Platz im Hafen, da man dort vom vorherrschenden Schwell absolut nichts mitbekommt. Die Nacht dauerte wieder viel zu lange….. Der einzige Nachteil an dem sonst so perfekten Liegeplatz ist , wenn man als Erster ablegen will, dann wird die Ausfahrt von den später kommenden Yachten blockiert und der schiffbare “Weg” wird ziemlich eng. Wir legten am nächsten Tag jedoch sehr früh ab und schafften es aus dem Hafen heraus. Der Grund für das frühe Ablegemanöver war unser nächstes Ziel. Die Stadtpier von Nidri ist nicht sehr groß und wer einen Platz haben will, der muss Glück haben und früh kommen.

Wir hatten Glück und bekamen einen Platz. Am Abend genossen wir Steaks und das Nachtleben von Nidri.

Als nächsten Stopp haben wir die Marina Lefkas auserkoren. Als wir den Lefkas Kanal hinauffuhren sahen wir, daß die Mülldeponie neben der Stadt vor kurzem gebrannt haben musste, es qualmte noch und die Spuren des Brandes waren noch zu sehen. Trotzdem legten wir in der Marina an. Als wir gegen Mitternacht vom Abendessen zum Schiff zurück kamen rochen wir, dass der Wind gedreht hatte und der Brandgeruch der Deponie genau über die Marina wehte. Die Nacht war für die Crew absoluter Horror, und so legten wir ab und passierten die Schwimmbrücke um 09 Uhr in der Früh. Erst einige Seemeilen später wurde die Luft besser und wir konnten wieder frei Atmen. Beim Blick zurück hing eine große braune Dunst-Giftgas Wolke über Lefkas.

Wir machten den langen Schlag zurück Richtung Norden und verbrachten die Nacht in der Bucht Mongonisi auf Paxos.

Den Samstag verbrachten wir in Gaios wo wir im von der Stadt etwas abgelegenen Yachtanleger festmachten. Wir speisten sehr gut nur der Verdauungs-Ouzo wurde wegen Qualitätsmangel einfach nicht milchig trüb… Der Wirt brachte uns jedoch einen neuen, der sehr schön milchig wurde.

Den vorletzten Tag mit unseren Gästen verbrachten wir in Petriti wo wir bei unserem Freund Vasili in der Taverne Leonidas speisten. Unsere Wäsche wurde gewaschen und wir holten unsere in der Taverne deponierten Faltfahrräder wieder an Bord.

Den letzen Tag ankerten wir in der südlichen Bucht von Korfu und begaben uns auf Stadterkundung. Am Dienstag um 1400 Uhr wurden die Beiden vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wir fuhren in die Gouvia Marina um unser Schiff für den Rückweg nach Sukosan fit zu machen. Wir wechselten das Motoröl, Ölfilter und den Wasserfilter.

Jetzt sind wir und unsere Segelyacht für den Rückweg gerüstet…….

Die Sonne geht unter, das Ziel noch fern…

Delfine vor Vasilliki Kastos

Einfahrt Syvota

Taverne Leonidas

Petriti

Baufällige Gebäude in Korfu

Donnerstag, 30. August 2012

Einwöchiger Besuch der Dobis

Nachdem wir unsere beiden besseren Hälften am Dienstag leider mit dem Flugzeug nach Graz verabschieden mussten, kam neuer Besuch aus der Steiermark. Ingrid und Alex wollten unbedingt das Segeln in Griechenland miterleben, eines vorab, der Wind blieb die ganze Woche aus!

So mussten wir wie immer motoren. Unsere Ziele waren: Plataria – Lakka – Gaios – Mongonisi – Petriti – Korfu

Einige Impressionen von der viel zu schnell vergangenen Woche.
“lebende” SpeisekarteRetzina
Lakka
GaiosAntipaxos
Erste Ruderversuche von Alex
Taverne Leonidas in PetritiDie ersten 1000 Seemeilen
Ankerboje zu tief gesetztAchileon
Siegreicher AchillSterbender Achill